Reise und Ausflüge

Jubiläumsfahrt 2026

01. April 2026

Ein Tag, der in Erinnerung bleibt -

Ausflug zu ihrem 75-jährigen Bestehen führt die Petterweiler Landfrauen an den Rhein

 

Mit einem Dankeschön an Tilla Sinner, die am 1. April 1951 - also vor 75 Jahren - den Verein gründete, startete kürzlich die Jubliäumsfahrt der Petterweiler Landfrauen: Sie stellten eine Blumenschale auf Sinners Grab auf dem Petterweiler Friedhof und verweilten einen Moment im Gedenken, während Pfarrer Eckart Dautenheimer ein Gebet sprach - er war als Gast zum Ausflug eingeladen.

Dann ging es per Bus in Richtung Bingen am Rhein, wie Dorothee Sylla schreibt. Auf dem Schiff hatten die Landfrauen einen Rundumblick auf beide Flussufer während der Fahrt durch das romantische, mit zahlreichen Burgen gesäumte Obere Mittelrheintal. Steile Felsen schoben sich immer näher ans Ufer und erhoben sich oft senkrecht, wie der sagenumwobene Lorleyfelsen. Die Loreleystatue, die man oben auf dem Felsen zu sehen erwartete, befand sich allerdings unten am Flussufer auf einer schmalen Halbinsel. Kurz hinter der Loreley, in St. Goar, endete die Schiffstour.

Mit dem Bus ging es weiter zur hoch über St. Goar gelegenen Burg Rheinfels. Dort wurde den Petterweilerinnen ein dreigängiges Mittagsmenü serviert. "Das Besondere daran war ausserdem, dass unser umsichtiger Vorstand ausschließlich Fenstertische reserviert hatte, von denen aus jede einen wunderschönen Blick hinunter ins Rheintal hatte", lobt Dorothee Sylla. 

Dann ging es zurück nach Bingen. Auf dem Rochusberg genossen die Frauen im "Hildegard-Forum der Kreuzschwestern" Kaffee und Blechkuchen. "Der Name 'Hildegard-Forum' deutet an, dass wir uns hier in einer geschichtsträchtigen Region befanden: Nicht weit von hier auf dem Rupertsberg in Bingerbrück gründete die Heilige Hildegard im Jahr 1150 ein Kloster, 15 Jahre später ein zweites auf der gegenüberliegenden Rheinseite in Rüdesheim-Eibingen. Der Orden der Kreuzschwestern möchte daher den Besuchern des Gästehauses die heilsamen Lebensregeln der Heiligen Hildgegard näherbringen", heißt es im Reisebericht weiter. Neben dem Gästehaus gibt es einen schön angelegten Hildegard-Kräutergarten, den viele der Landfrauen besichtigten. Es werden auch Vorträge und Workshops zu Hildegard-Themen angeboten.

Die letzte Etappe des Ausfluges nahte: Nicht weit vom Forum entfernt befindet sich die St.-Rochus-Kapelle, das nächste Ziel. Nachdem sie den kurzen Weg zu Fuß bewältigt hatten, erwartete die Landfrauen in der Kapelle etwas Besonderes: "Eine Andacht unseres evangelischen Pfarrers in einem katholischen Gotteshaus". Pfarrer Dautenheimer habe die Arbeit der Landfrauen mit der biblischen Geschichte von Martha und Maria verbunden. Die Andacht wurde umrahmt vom Orgelspiel des dortigen Organisten. Anschließend erzählte der Küster einiges über die Geschichte und die Austattung der Kapelle, an deren Westseite es einen Hildegardisaltar mit Reliefdarstellungen aus ihrem Leben gibt. Außerdem ist die Rochuskapelle eine der Wallfahrtsstätten des Bistums Mainz, da hier seit 1814 die Reliquien des Heiligen Rupert von Bingen und seiner Mutter aufbewahrt werden. Dafür gibt es an der Ostseite einen Außenchor mit großem Pilgerareal, wo jährlich Tausende Besucher der "Rochusoktav" Platz finden.

Der "von Elke und Ingrid liebevoll vorbereitete, sehr gut organisierte wunderschöne Tag" werde lange in Erinnerung bleiben, schreibt Dorothee Sylla.

Aus: Frankfurter Neue Presse vom 30.04.26, nach einem Reisebericht von Dorothee Sylla.

Weserbergland

18. - 21. Mai 2023

Mehrtagesfahrt ins Weserbergland

 

Im Mai erkundeten die Petterweiler LandFrauen bei schönstem Wetter die Städte und Sehenswürdigkeiten des Weserberglandes.

Unten einige Impressionen (für Untertitel bitte auf das jeweilige Bild klicken).

 

Früh morgens um 7 Uhr ging es von Petterweil mit dem Bus los in Richtung Norden. Unser Ziel war das Weserbergland, also die Höhenzüge rechts und links des Weserflusses bis zum sogenannten Weserdurchbruch an der Westfälischen Pforte, der "Porta Westfalica". Hier tritt die Weser in die norddeutsche Tiefebene ein und mündet endlich bei Bremerhaven in die Nordsee.

Bekanntermaßen hat die Weser keine Quelle, sondern entsteht durch den Zusammenfluss zweier Flüsse, der Fulda und der Werra in Hannoversch-Münden. In diesem Drei-Flüsse-Städtchen legten wir die erste längere Pause ein. Wir besichtigten den Weserstein, der den Zusammenfluss von Fulda und Werra und damit die „Geburt“ der Weser markiert („Wo Fulda und Werra sich küssen…“). Eine Stadtführerin zeigte uns anschließend die Schönheiten der Altstadt. Wir lernten den typischen Architekturstil, die sog. „Weserrenaissance“ kennen; wir bestaunten das Glockenspiel im Rathausgiebel, das sehr eindrücklich Szenen aus dem Leben des berühmten Wanderarztes Dr. Eisenbart darstellte. Er starb 1727 in Hann.-Münden.

Weiter ging es Richtung Norden auf der Bundesstraße 83 durchs malerische Wesertal. Steilabfallende Felsen treten an manchen Stellen bis ans Ufer heran. Für diese wunderschöne Strecke hat es sich gelohnt, die Autobahn zu verlassen!

Nachmittags erreichten wir die „Rattenfängerstadt Hameln“, unser Standquartier für die nächsten drei Tage – ebenfalls an der Weser gelegen. Hier wurden wir - nach dem Einchecken in unser Hotel – doch tatsächlich vom „Rattenfänger“ persönlich begrüßt! In ein buntes „Wams“ gekleidet führte er uns unter fröhlich-seltsamen Oboenklängen in die nahegelegene Altstadt. Vor dem sogenannten „Rattenfängerhaus“, einem prächtigen Weserrenaissancebau, hielt er an und erzählte uns „seine“ Geschichte: die bekannte Rattenfängersage.

 

Am nächsten Vormittag lernten wir Hameln ein bisschen besser kennen. Eine sehr kompetente Stadtführerin führte uns tiefer in die Besonderheiten der Weserrenaissance ein, zeigte uns prachtvolle Häuser in diesem Stil, von denen es in Hameln viele gibt, und erzählte uns – gewürzt mit geistreichen Kommentaren – manches aus der Historie der Stadt. Hameln hat ebenfalls ein – musikalisch beeindruckendes – Glockenspiel im sog. Hochzeitshaus; dabei werden Szenen aus der Rattenfängersage gezeigt.

Eine ganz andere Atmosphäre erwartete uns in Bad Pyrmont, unserem nächsten Ziel. Die Stadt mit den 19 Heilquellen 20 km südwestlich von Hameln ist ein traditionsreiches Kurbad von nationalem und internationalem Rang. Neben der Bäderarchitektur war der riesige, 14 ha große Kurpark am beeindruckendsten, unter anderem der Palmengarten, die größte Palmenfreianlage nördlich der Alpen. Eine besondere Augenweide war auch der traumhaft schöne, gerade in voller Blüte stehende Azaleengarten.

Nach einer Fahrt über die westlich der Weser gelegene wunderschöne Ottensteiner Hochfläche, die ebenfalls zum Weserbergland gehört und uns machen Fernblick bescherte, brachte uns unser Bus zum Schluss ins Weserstädtchen Bodenwerder. Hier wurde im Jahr 1720 der als „Lügenbaron“ bekannt gewordene Freiherr von Münchhausen geboren. Sein Geburts- und ehemaliges Wohnhaus (heute Rathaus) ist noch zu sehen, außerdem seine berühmtesten Jagd- und Soldatenabenteuer in Gestalt von lustigen Brunnenskulpturen. Wir erfuhren außerdem, dass der Freiherr völlig zu Unrecht als Lügenbaron verschrien wurde: Seine Freunde erst, denen er seine Abenteuer erzählte, machten daraus Lügengeschichten und veröffentlichten diese gegen seinen Willen!

 

Am dritten Tag fuhren wir weiter nach Nordwesten bis nach Bückeburg, wo wir die dortige imposante Schlossanlage von außen besichtigten. Das Schloss mit Stilelementen der Weserrenaissance ist der Stammsitz des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe, das bis 1918 regierte; es wird bis heute von den fürstlichen Nachkommen bewohnt.

Unser nächstes Ziel war das Weserstraßenkreuz Minden, an dem der Mittellandkanal mittels einer 400 m langen Trogbrücke die Weser kreuzt – 13 m über dem Weserfluss! Um diese beeindruckende Kreuzung „hautnah“ zu erleben, stiegen wir nördlich von Minden in ein Schiff, das uns ein paar Kilometer flussaufwärts bis zur sog. Schachtschleuse brachte. Hier wurden wir 13 m hochgehoben und waren damit hoch genug, um in den Mittellandkanal einzubiegen; die Weser floss jetzt quer unter uns hindurch! Es gibt in Deutschland übrigens nur zwei Wasserstraßenkreuze; das andere befindet sich in Magdeburg: hier kreuzt derselbe Kanal die Elbe.

Zum Schluss brachte uns unser Bus zum 88 m hohen Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica, also am Durchbruch der Weser zwischen Weser- und Wiehengebirge. Das von 1892 - 1896 errichtete Denkmal befindet sich westlich der Weser, weithin sichtbar am Ostende des Wiehengebirges, das von dort aus steil ins Wesertal abfällt. Das Monument erinnert an Kaiser Wilhelm I., den ersten Kaiser des 1871 gegründeten deutschen Kaiserreichs. Unter der großen Ringterrasse unterhalb des Kaiserstandbildes befindet sich ein Ausstellungsraum. Hier erfährt man einiges über das Leben Kaiser Wilhelms und den Bedeutungswandel dieser Art Denkmäler: früher waren sie Symbole des deutschen Nationalismus; es gehörte damals zur „nationalen Pflicht“, ein solches Monument zu besuchen. Heutzutage empfinden wir solche Gedenkstätten allenfalls architektonisch oder ihre Lage betreffend beeindruckend – ansonsten sind sie nur noch Zeugnisse einer vergangenen Zeit und einer überholten Weltsicht.

 

Am Abreisetag ging es nicht direkt nach Hause, sondern wir machten einen Abstecher nach Südosten, nach Einbeck, das wegen seiner jahrhundertealten Brautradition als „Bierstadt“ bekannt ist. Der Begriff „Bockbier“ leitet sich übrigens vom Namen der Stadt ab! Einbeck ist jedoch auch wegen seiner Altstadt mit mehr als 150 mittelalterlichen Häusern einen Besuch wert. Viele davon waren in ihrer Bauweise ganz auf Brauen, Abfüllen und Transport des Gerstensaftes ausgerichtet, wie uns die Stadtführerin anschaulich erklärte. Am malerischsten war der Marktplatz im Zentrum, ganz eingerahmt von wunderschönen Fachwerkhäusern. In einem von diesen nahmen wir unser Mittagessen ein und probierten verschiedene, frisch gezapfte Biersorten.

Vor unserer endgültigen Heimkehr hatte unsere Reiseführerin jedoch noch eine Überraschung für uns: ein gemeinsames Kaffeetrinken auf der „Königsalm“ bei Niestetal östlich von Kassel. Hier konnte man nicht nur Kaffee und Kuchen samt diversen deftigen Snacks, sondern vor allem echt bayrisches Flair genießen – in Nordhessen!

 

Das Weserbergland gehört zwar nicht zu den sog. „Top-Ten“-Touristenzielen, aber es ist ein wunderschönes Stück Deutschland, das wir dank dieser Fahrt entdecken konnten. Zum Gelingen dieser bildungserweiternden und gemeinschaftsfördernden Reise trugen viele bei: vor allem die professionelle Organisation vor und während der Fahrt durch Ingrid Kaiser, die ausgezeichneten Führungen an den drei Tagen, unser kompetenter Busfahrer und nicht zuletzt auch das meist sonnige Wetter! Alle erhielten ein großes Dankeschön zum Abschluss.7

 

Dorothee Sylla

Veldenz an der Mosel

01. - 03.  Juni 2018

Erlebnistage im Hunsrück, Veldenz/Mosel

 

In diesem Jahr führte der traditionelle mehrtägige Erlebnisurlaub der Petterweiler Landfrauen ,hervorragend organisiert vom Vorstandsteam

Gisela Schaub, Toni Müller und Waltraud Steinmetz, an die Mosel. Gutgelaunt und voller Erwartung starteten die Landfrauen sowie Gäste am

Freitag, dem 1. Juni an der Sporthalle in Petterweil, in sorgenfreie, fröhliche Tage. Die Fahrt in den Hunsrück führte durch den Hochwald als erstes Ziel nach Idar-Oberstein.

 

Hier war, wie kann es anders sein, ein Besuch einer Edelsteinschleiferei mit Führung und reichlicher Information. Wir hörten, dass ab der Mitte des 19. Jahrhunderts neben Pforzheim, Hanau und Schwäbisch Gmünd zu einem der vier wichtigsten Schmuckzentren Deutschlands gehörte. Aufgrund der natürlichen Vorkommen an Achaten, Jaspis und anderen Edelsteinen. Die Goldschmiede siedelten sich hauptsächlich am Obersteiner Nahe Ufer wegen der Wasserverhältnisse zum Betreiben der Schleifsteine, an. Mit dem Aufkommen verschärfter Umweltauflagen und der Konkurrenz aus Billiglohnländern in den 1970er Jahren wurde die Lage für die Modeschmuckfabriken immer schwieriger. Noch heute gibt es einige Schmuckfabriken aus der Gründerzeit. Doch es blieb nicht nur beim Schauen, bei einige Frauen blitzte und glitzernde es nach dem Besuch des Edelsteinmuseums, und beim anschließenden Bummel durch die Altstadt am Hals.

 

Anschließen ging die Fahrt weiter ins Wein- und Gästehaus am Schieferfels in Veldenz . Hier erwarteten uns geschmackvoll eingerichteten Gästezimmer, im „ Kelterhaus Weinrausch“ mit romantischen Innenhof vom herrlichen Veltener Wein inspirieren Moselländische Küchen , bei lief Musik wurde bis spät in der Nacht, getanzt und gelacht. Nach dem Frühstück „ Graf Johannes „ ging es am folgenden Tag nach Lüttig/ Belgien in die Geburtsstadt Karl des Großen. Wir erlebten eine Stadt voll Kultur, der Fluss gibt der Stadt seine Seele, viele enge Straßen, Treppen und romantische Gässchen, gab es bei einer sachkundigen Führung zu entdecken.

 

Am Sonntagmorgen ging es mit dem Bus weiter an der romantischen Mosel bis nach Bernkastel-Kues, einer weiten Moselschleife gelegen.

Hauptattraktion der Stadt ist der bekannte Marktplatz, der mit seinen Fachwerkfronten den Inbegriff altdeutscher Stadtarchitektur bildet. Nahe bei den behäbig breiten Bürgerhäusern am Markt steht das ulkige Spitzhaus in der Karlsstraße, das auf winziger Fläche aufgebaut, schräg auskragend nach oben wächst. Mitten auf dem Marktplatz der Michaelsbrunnen von 1606. Je nach Lust und Laune ging für die einen die Fahrt hoch auf die Burg ins Panoramacaffee mit herrlichem Blick auf die Stadt oder mit dem Ausflusschiff die Mosel auf und ab.

 

Müde, aber glücklich erreichten wir am späten Abend gesund und munter Petterweil.

 

Katharina Peter